RISES

Foto von A340-300-01-GULF-AIR Maschine

RISES

RISES („Role-based Information Management System for Emergency Services“) ist ein Drittmittel gefördertes Forschungsvorhaben. Im Rahmen dieses Projektes untersucht das FSR technische Möglichkeiten moderner Führungssysteme mit dem Ziel der Beschaffung, Verarbeitung und Darstellung relevanter Informationen für Einsatzkräfte im Katastrophenschutz.

Rollen- und ebenenbasierte Informationen

Einsatzkräfte im Katastrophenschutz müssen unterschiedliche Aufgaben in einem gefährlichen, teilweise lebensbedrohlichen Umfeld erfüllen. Insbesondere die Führungskräfte sollen anhand der zur Verfügung stehenden Informationen ein komplexes Szenario beurteilen und schnell wichtige Entscheidungen treffen. Für die Untersuchungen wurde ein Demonstrator aufgebaut, welcher seinen Nutzern rollen- und ebenenbasierte Informationen zugänglich macht. Rollenbasiert bedeutet in diesem Kontext, dass die jeweilige Einsatzkraft nur Informationen erhält, die diese zur Erfüllung ihrer spezifischen Aufgabe (Rolle) im Gesamtszenario benötigt. Unter ebenenbasiert wird hier die Führungsebene verstanden in welche die Einsatzkraft integriert ist. Rollen aus unterschiedlichen Führungsebenen haben eine verschiedene Sicht auf das Gesamtszenario und somit auch eine andere Ebene der Informationsdarstellung. Insbesondere in Stresssituationen trägt eine Filterung der angezeigten Informationen für eine spezifische Rolle dazu bei Arbeitsbelastung und Situationsbewusstsein zu verbessern.

Plattformunabhängige Vernetzung mit Hilfe mobiler Endgeräte

Neben der Darstellung und rollenbasierten Informationsfilterung ist die Vernetzung der beteiligten Personen mit Hilfe einer unabhängigen Kommunikationsinfrastruktur über verteilte Systeme ein wichtiger Aspekt. Der Einsatz mobiler Endgeräte wie Tablets und Smartphones ermöglicht einen einfachen mobilen Zugriff auf ein Führungssystem, geht jedoch auch mit Anforderungen an die Anzeigegestaltung und den operationellen Ablauf eines Einsatzes einher. Um einen plattformunabhängigen Zugriff auf das Führungssystem zu ermöglichen wird eine webbasierte Backend-Architektur eingesetzt, welche den Nutzern einen schnellen Zugriff über gängige Browser auf dem Endgerät ermöglicht.

Serviceorientierte Softwarearchitektur und Mehrschichtenmodell für Datenzugriff

Der Zugriff auf Informationen erfolgt über ein 4-Ebenen-Modell. Die strikte Trennung zwischen den Ebenen ermöglicht die einfache Implementierung von Informationsfiltern. Informationsverwaltung und Objektmodell basieren auf einer serviceorientierten Struktur, was eine präzise und einfache Zugriffssteuerung auf hinterlegte Daten ermöglicht. Weitere Vorteile zeigen sich darin, dass keine eigene Software auf den mobilen Endgeräten installiert werden muss.

Anbindung unbemannter Flugsysteme

Von besonderem Interresse ist zudem die Anbindung und Nutzung unbemannter Fluggeräte (RPAS – Remotly Piloted Aircraft System) an das Führungssystem. Hierbei steht die Integration autonomer Systeme in den Führungsprozess im Vordergrund. Beispielsweise trägt eine kontinuierliche, luftgestützte Überwachung und Aufklärung großräumiger Einsatzgebiete erheblich zur präzisen Erfassung des Lagebildes und somit der Entscheidungsqualität auf allen Führungsebenen bei. Untersuchungen zu Möglichkeiten einer einfachen und benutzerfreundlichen Steuerung sollen die Systeme einer breiten Nutzergruppe zugänglich machen und Trainingsprozesse reduzieren. Das entwickelte Netzwerk aus verteilten Systemen gewährleistet einen effizienten und flexiblen Datenaustausch zwischen Nutzern, unbemannten Flugzeugen und mobilen Bodenstationen. Über die mobilen Endgeräte können Nutzer schnell auf Informationen zugreifen, die ihnen entsprechend ihrer spezifischen Rolle im Szenario aufbereitet und dargestellt werden. Weitere Forschungsziele sind die Unterstützung bei der Missionsplanung und die Interaktion von Mensch und Maschine im Szenariokontext.

Evaluation (Demonstrator)

Ziel des aufgebauten Demonstrators ist es die technische Umsetzbarkeit zu zeigen und in Dialogen mit potentiellen Nutzern das Konzept zu diskutieren. Hierbei steht eine Evaluation der operationellen Abläufe, sowie einzelner Anzeigen und Dialoge im Vordergrund.