Mit dem Start des LuFo 7-1 Verbundprojekts KORVI (Klimaoptimierte, integrierte, Resiliente Verkehrsführung mit intelligenten Bord- und Bodensystemen) im Mai 2026 beteiligt sich das Institut für Flugsysteme und Regelungstechnik (FSR) an der Entwicklung zukünftiger Konzepte für einen sicheren, effizienten und nachhaltigen Luftverkehr. Ziel des Gesamtvorhabens ist es, die Voraussetzungen für eine flächendeckende Umsetzung von Trajectory Based Operations (TBO) zu schaffen. TBO ermöglichen eine präzisere Planung und Durchführung von Flugtrajektorien und tragen dazu bei, den Luftverkehr trotz steigender Verkehrsaufkommen sicherer, effizienter sowie klimaschonender zu gestalten. Dies soll nicht nur für Einzeltrajektorien umgesetzt werden, sondern für flottenweite Operationen, wobei der Fokus des FSRs auf der Erfliegbarkeit und Unterstützungsmöglichkeit im Cockpit liegt.
Hintergrund
Flottenweite Trajectory Based Operations erfordern eine enge Verzahnung zwischen Flugzeug, Bodeninfrastruktur und Besatzung. Insbesondere im Cockpit müssen zukünftige Assistenzsysteme die Pilotinnen und Piloten dabei unterstützen, komplexe Trajektorien transparent, nachvollziehbar und mit möglichst geringer Arbeitsbelastung sicher umzusetzen.
Im Projekt werden neuartige operationelle Abläufe entwickelt sowie Mensch-Maschine-Schnittstellen für bord- und bodenseitige Systeme konzipiert, implementiert und evaluiert. Das FSR bringt die Expertise insbesondere in die Entwicklung operationeller und technischer Anforderungen ein, die als Grundlage für ein operationelles Konzept sowie die funktionale Architektur der erforderlichen Systemschnittstellen dienen.
Der Schwerpunkt der Arbeiten des FSR liegt auf dem Design und der Evaluation von Mensch-Maschine-Schnittstellen für Pilotenassistenzsysteme im Kontext von TBO. Dabei werden sowohl Retrofit-Lösungen auf Basis von Electronic Flight Bag (EFB)-Applikationen für bestehende Cockpits als auch Integrationskonzepte für zukünftige Cockpitgenerationen (Next²/ Single Pilot Ready) untersucht.
Die entwickelten Assistenzsysteme werden in den Flugsimulatoren des FSR implementiert und gemeinsam mit Pilotinnen und Piloten hinsichtlich ihrer Usability evaluiert. Auf Basis der Untersuchungsergebnisse werden Gestaltungsempfehlungen für zukünftige Mensch-Maschine-Schnittstellen abgeleitet. Eine hohe Benutzerfreundlichkeit ist dabei ein entscheidender Erfolgsfaktor, da sie die Akzeptanz und Nutzung der Assistenzsysteme fördert. Erst durch eine breite Anwendung der Systeme können die Potenziale von Trajectory Based Operations zur Steigerung der Effizienz sowie zur Reduzierung von Emissionen und Lärmbelastung im Luftverkehr vollständig ausgeschöpft werden.
Ziel
Ziel des KORVI Vorhabens ist es, wissenschaftlich fundierte Grundlagen und praxisnahe Lösungen für die Einführung flottenweiter Trajectory Based Operations zu schaffen. Durch die Entwicklung und Evaluation benutzerzentrierter Mensch-Maschine-Schnittstellen für Pilotenassistenzsysteme werden Empfehlungen für die Gestaltung zukünftiger Cockpitkonzepte sowie für Retrofit-Lösungen auf Basis von Electronic Flight Bags abgeleitet. Die Projektergebnisse sollen einen Beitrag zur Standardisierung und Implementierung zukünftiger TBO-Verfahren leisten und die Akzeptanz sowie den sicheren und effizienten Einsatz von Pilotenassistenzsystemen im operationellen Flugbetrieb fördern. Damit werden die Voraussetzungen geschaffen, die Potenziale von TBO zur Erhöhung der Kapazität und Effizienz des Luftverkehrs sowie zur Reduzierung klimawirksamer Emissionen und Lärmbelastungen nachhaltig zu erschließen.
Weitere Informationen
Verbundführer: Boeing Deutschland GmbH
Weitere Partner: Diehl Aerospace GmbH, Infineon Technologies AG, Frequentis Orthogon GmbH, Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V., Technische Universität Braunschweig
Förderung im Rahmen von LuFo VII-1